Palenque Verde

Als ich an diesem schwülen Nachmittag durch Palenque schlenderte, war es, als würde ich durch die Seiten eines lebendigen Geschichtsbuches blättern. Mit meiner Kamera im Anschlag, gefangen im Zauber der Vergangenheit, erfasste ich einen Blick auf das Herzstück dieser majestätischen Ruinenstadt: eine stufenförmige Pyramidenstruktur, die durch die Zeit bröckelig geworden ist, aber immer noch eine Aura von Macht und Rätseln bewahrt. Direkt daneben stand ein kleiner Tempel, seine Mauern mit dem Alter und der Eroberung von Moos bedeckt, das in den Fugen kroch. Das saftige Grün der Bäume umarmte den Ort, fast als ob die Natur die Stätte lebendig zurückfordern wollte.

Ich konnte nicht umhin, von der atemberaubenden Kulisse angezogen zu werden, die mich umgab. Vom Standpunkt der Pyramide aus öffnete sich der Blick auf einen ausgedehnten Rasenteppich, der sorgfältig gepflegt schien, um die Pracht des Ortes zu betonen. Im Hintergrund umgab ein dichter Dschungel den Ort und fügte dem historischen Panorama eine tiefgrüne Kulisse hinzu. Trotz der offensichtlichen Ruhe und Isolation, verlieh diese verlorene Stadt einen Eindruck von dem, was sie einst gewesen war: ein Zentrum der Aktivität, Kultur und des religiösen Lebens.

Die Wahl des Titels "Palenque Verde" für dieses Bild schien so natürlich wie der Ort selbst; das Spanische Wort "verde" steht für Grün, was das allumfassende Thema des Fotos ist – es ist eine Huldigung an die Natur, die die längst vergangene Zivilisation umarmt. Die Komposition, geschossen mit einer Brennweite von 48mm und einer Blende von f8, zielte darauf ab, die Schärfe über die gesamte Szene zu verteilen und dennoch eine gewisse Tiefenschärfe zu erhalten, die das Auge des Betrachters sanft vom Vordergrund der antiken Steine bis zur geheimnisvollen Tiefe des Dschungels führt.

Das Bild einzufangen, fühlte sich an wie eine Zusammenarbeit mit der Zeit selbst. Ich war dort, um zu dokumentieren, zu bewahren und zu teilen. Ich wollte nicht nur eine Ruine festhalten, sondern auch den Geist eines Ortes, der trotz des Vergehens der Jahrhunderte immer noch flüstert. Es war ein Moment der Kontemplation und der ehrfürchtigen Anerkennung der bewegten Geschichte, die Palenque durchdringt.

Was kann ich sagen? Es sind Momente wie diese, die mich auf ewig mit dem Foto-Virus infiziert haben. Das Spiel von Licht und Schatten, alte Steine, die sich im Grün verstecken, und das endlose Grün des Dschungels – all dies erzeugt ein Bild, das so reich an Geschichten ist, dass ich es kaum erwarten kann, meine Kamera wieder auf den nächsten verborgenen Schatz zu richten.


Dieser Beitrag ist Teil der Fotoreihe Mexico von Dr. Alexander Motzek. Erkunde hier weitere Fotografien dieser Kollektion.

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